Informationen über Rotfüchse

Sinnesleistung und physische Besonderheiten


Tastsinn

Bei absoluter Dunkelheit, z. B. in Neumondnächten oder tief im Inneren des Baus, können selbst Füchse nichts sehen und müssen sich dann auf andere Sinne verlassen. Wenn es darum geht, Futter oder Gefahren aufzuspüren, helfen ihnen natürlich Gehör und Nase. Doch um sich bei völliger Dunkelheit fortbewegen zu können, ohne dabei ständig gegen Hindernisse zu laufen, hilft ihnen vor allem ihr Tastsinn.
In der Literatur wird mehrfach von Füchsen berichtet, die trotz einer völligen Blindheit Nahrung finden, sich in ihrem Revier orientieren und ihr Leben meistern konnten. In seinem Buch „The Complete Fox“ bezeichnet Les Stocker den Tastsinn bei Füchsen - neben dem Geruchssinn - sogar als „super-sense“ [TCF1, S. 55].

Um unter dem dicken Pelz Berührungen frühzeitig spüren zu können, ragen am Kopf, an den Beinen sowie an den Pfoten spezielle Tasthaare weit aus dem Fell heraus. Diese sind auf der Haut mit besonders empfindlichen Tastzellen verbunden und melden jede feinste Bewegung, Berührung, Erschütterung [DFID, S. 17] oder Kollision an das Fuchsgehirn. Der Fachbegriff für diese Tasthaare heißt „Vibrissae“ [DFDS, S. 44-45; TCF1, S. 57]. Im Einzelnen sind bei Füchsen Tasthaare mit jeweils ganz besonderen Aufgaben an folgenden Körperstellen zu finden:

  • An der Schnauze: Die langen, steifen, schwarzen “Schnurrhaare“, welche jeweils seitlich an der Schnauze angebracht sind und zur Seite hin aufgefächert abstehen, sind sicherlich die bekanntesten und auffälligsten Tasthaare bei Füchsen (wie auch bei vielen anderen Tieren, wie z. B. Katzen, Marder, usw.). Sie haben bei Füchsen eine Spannweite von über 11cm [TCF1, S. 57] und ragen somit über die Breite des Schädels – ja sogar des gesamten Körpers – hinaus. Dadurch können sie dem Fuchs bereits an der Spitze seines Kopfes signalisieren, ob er mit seinem Körper durch eine Lücke hindurchpassen kann oder nicht. Diese Tasthaare sind mit der Schnauze auch etwas beweglich, können also auch ein Stück weit angelegt werden.
  • An den Wangen: Hinter dem Maul, auf Höhe der Maxilliardrüsen, sind ebenfalls Tasthaare zu finden, welche dieselbe Funktion haben dürften, wie die Schnurrhaare.
  • Am Kinn: Hier befinden sich ebenfalls Tasthaare [TCF1, S. 57].
  • Über den Augen: Wenn man genau hinsieht, kann man über den Augen eines Rotfuchses ebenfalls einzelne, lange Tasthaare aus dem Fell ragen sehen [DFID, S. 15]. Diese haben vermutlich die Aufgabe, den Kopf vor Kollisionen und die Augen vor Fremdkörpern zu schützen.
  • An den Vorderbeinen [DFDS, S. 44-45]: Diese Tasthaare verhindern, dass der Fuchs über Hindernisse stolpert.
  • An und vor den Pfotenballen [DFDS, S. 44-45]: Diese Tasthaare helfen dem Fuchs dabei, jeden Schritt in der Dunkelheit sicher zu setzen.
    • (Stand: 12.09.2017)